IM NETZ
Ausgabe: Innsbruck vom 1.6.2004

Sommerrodelbahn Stubai: Naturschonend geländegängig
Die ersten 100 Meter der neuen Sommerrodelbahn in Mieders sind fertig. Der Bahnbau kommt ohne große Bauarbeiten mit Erdbewegungen aus.

MIEDERS (phil). Schnell voran geht der Bau der neuen Sommerrodelbahn in Mieders: Die ersten Kehren sind von der Talstation aus schon sichtbar. „Wir hoffen, dass wir Ende Juli mit der in Summe 2,5 Kilometer langen Sommerrodelbahn fertig sind“, erklärt Gotthard Jenewein, Obmann der Agrargemeinschaft und Motor des Projekts. Die Bahn besteht im Wesentlichen aus einem 20 Zentimeter dicken Alurohr, das sich einen knappen halben Meter über dem Boden in zahlreichen Steilkurven von der Bergstation ins Tal schlängelt. Auf einer aufgesetzten Führungsschiene gleiten die Schlitten. Die Geschwindigkeit bestimmen die Rodler selbst. Lassen sie den Bremshebel aus, kommt das Gefährt zum Stehen.
Schneller als 40 km/h können die Bobs nicht fahren, dann setzt die automatische Bremse ein.
„Die Vorzüge dieser Bahn sind, dass sie landschaftsschonend gebaut werden kann und dass sie sich gut in das Gelände einfügt“, sagt Gotthard Jenewein und verspricht den Besuchern ein völllig neues Fahrgefühl: „Die Schiene nützt jede Geländekante aus. Man hat das Gefühl, knapp über dem Boden zu fliegen“, schwärmt Jenewein.
Fundamente ohne Beton würden den Fahrkomfort weiter erhöhen. Ein weiterer Vorteil sei, dass der Verlauf der Bahn nachträglich geändert werden könne, sagt Jenewein.
Der größte Teil der Strecke ist von der Gondelbahn aus einsehbar. Im Winter bleibt die Bahn stehen und dient als Ersatz für die reguläre, wenn zu wenig Schnee liegt. Die Agrargemeinschaft investiert 65.000 Euro in das Projekt. Georg Danzl, Betriebsleiter beim Serleslift ist begeistert, denn die „Sommerrodelbahn Stubai“ (so der offizielle Name) wird für eine bessere Auslastung des neuen Serlesliftes sorgen. „Jetzt haben wir natürlich überhaupt kein Kopfweh mehr“, sagt Danzl.
Probelauf in Mieders mit Pfarrer Erich Modosch (sitzend), Georg Danzl und Gotthard Jenewein (links). Foto: Neuner